Die erste Woche in Madrid
Viel will ich eigentlich nicht erzählen, obwohl einiges passiert ist. Schließlich weiß ja jeder, wie das ist, in eine neue Stadt zu kommen und sich einrichten zu müssen. Will ja keiner wissen, daß ich 3 Tage ohne Kopfkissen und ohne vernünftiges Essen verbracht habe (so eine bekloppte Idee, am Samstag Abend zu fliegen). Als ich dann endlich ein Kopfkissen im Corte Ingles erstanden hatte, habe ich prompt zum nächsten Morgen verschlafen und konnte nur noch mit einem Taxi (fast) rechtzeitig auf Arbeit erscheinen.
Aber erstmal ein paar Bilder:

Meine nächstgelegene Metrostation

Hier wohne ich. Im 4. Stock ganz links – man kann unseren Wasserboiler erkennen (furchtbar spannend, nicht).
Wer Google Earth installiert hat kann sich meine Lage auch von oben ansehen.

Im Eingang wird in Spanien gerne auf dicke Hose gemacht. Ich mag es irgendwie – gerade weil der Portier nur eine Stunde am Tag anwesend ist und deshalb nicht wie ein Blockwart wirkt.

So schauts aus, wenn man neben dem Boiler aus dem Fenster schaut.

Die Gegend ist eher urban, aber absolut nicht homogen.

Es gibt auch ziemlich zehlendorfesque Bauten…

Der Spätkauf meiner Wahl. Spät bin ich dort jedoch nie. Man darf per Gesetz übrigens nach 10 keinen Alkohol mehr in Spanien verkaufen (keine Sorge – für Bars gilt das nicht) . Um die gleiche Zeit machen die Supermärkte zu. Folglich ist mir nicht so ganz klar, womit diese Läden ihr Geld machen. Warscheinlich mit Faulpelzen wie mir, die ihr Toastbrot da kaufen.
So, bevor ich jetzt noch mein Badezimmer und den Wäschetrockner zeige, einige Bilder vom Nachtleben:

Halbzeit Deutschland-Italien. Vanessa und ein Landsmann in bester Stimmung.

Die Bar war rappelvoll und es wurde gelegentlich “Deutschland schießt ein Tor” gesungen.

Wie saßen im Keller, weil man dort nicht ständig angerempelt wurde…

Meine Mitpraktikantin Christine zusammen mit einem ihrer Komilitonen, dessen Namen ich leider vergessen habe.

Dann schoß Italien diese komischen 2 Tore und alle wollten plötzlich dringend nach Hause. Dieses Foto hab ich auf dem Weg gemacht. Ich finde, es reflektiert ziemlich genau die Stimmung.
Bis zum Wochenende war ich dann eher mit der Arbeit beschäftigt. Am Samstag traf ich Hans aus Bremen, der den meisten von euch sicher unbekannt ist. Ein netter Kerl jedenfalls und wir haben versucht, die Goya Kirche zu besuchen, die leider schon zu war, weshalb wir uns in den Retiro begeben haben, um die Zeitung zu lesen. Von der ganzen Aktion gibt es leider keine Fotos, denn ich hatte meine Kamera nicht dabei und Hans war gerade in Valencia ausgeraubt worden.
Danach ging es zu Carols Geburtstag. Carol ist die große Schwester von Clarisse. Sie arbeitet für Santander in Madrid seit 2 Jahren. Auf dem Weg dorthin konnte ich noch schnell meine Kamera aufgreifen.

Artsy shot Aschenbecher, Fanta und Carols Rücken. Im “Le Cock” (natürlich im Schwulenviertel gelegen) sind Fotos verboten. Sollte jemand der dies liest nach Madrid kommen: Auf keinen Fall den Laden besuchen. Ich hab 5 Euronen für ein stilles Wasser gezahlt und als ich aufstand, um mein Portemonaie aus der Hosentasche zu nehmen, fragte mich der Kellner, ob ich den Stuhl noch benötige. Nicht, daß es anderswo besonders viel besser wäre, aber das war wirklich spanische Gastronomie at its peak.

Jeffrey zusammen mit dem Geburtstagskind. Jeffrey betreibt ein großartiges Modelabel namens Golden Dry Goods in San Francisco, welches man unter anderem auf der letzten Bread&Butter Berlin und Barcelona bestaunen konnte.

Weiter ging es über Sol zu einer Tanzbar.

Jeff war schon sichtlich ermüdet vom spanischen Ausgehrhythmus. Seine Freundin (die dritte im Bunde der Biazzi Lu Geschwister) hingegen noch putzmunter. War ja auch erst 3.

Ein paar Longdrinks (halbe-halbe) und einige Songs später…

So um 4 war ich dann auch nicht mehr so in Stimmung. Hier sieht man auch mal wirklich den konditionellen Unterschied zwischen Mitteleuropäern und z.B. Carol…
Kleine Randnotiz: Dieses Polohemd ziehe ich ab jetzt nur noch am Casual Friday auf Arbeit an.
Also ab ging es nach Hause. Eine Stunde den richtigen Bus am Plaza de Cibelles gesucht und dann entnervt in ein Taxi gestiegen.
Am Sonntag war ich dann eher nicht außer Haus und habe Abends mit meinem Mitbewohner José das Endspiel verfolgt. Dieses wurde übrigens am folgenden Tag von der Umsonstpresse in Madrid sehr fundiert analysiert:

Anyways – ich hoffe ich habe niemanden gelangweilt. Der nächste Artikel beschäftigt sich mit den fatalen Ereignissen dieser Woche und vieleicht berichte ich auch mal über meine Arbeit. Nebenbei kümmere ich mich eventuell auch mal um das Design…