The Weekend

Ein Ulkwochenende sag ich euch…
Bevor schon das nächste anfängt sollte ich das noch kurz online stellen.

Großartig! Endlich mal schlechtes Wetter am Donnerstag. Leider blieb es nicht so kühl.

Am Freitag nach der Arbeit ging es erstmal zu einem Arbeitskollegen auf einen gepflegten Campari-Orange (dazu später mehr) . War schön gewesen, leider aber mal wieder ohne Kamera unterwegs…

Am Samstag war dann Kulturprogramm angesagt (mehr oder weniger). Ich traf mich mit Christine und einer Studienkollegin namens Katie bei Príncipe Pío, weil wir uns die Kirche San Antonio de la Florida anschauen wollten. Sieht von außen vieleicht unspektakulär aus (und ich habe keine Fotos von innen, die das Gegenteil beweisen), aber diese Kirche ist immer eine Tour wert, wenn man in Madrid ist, denn Francisco de Goya hat die Decke innen gemalt. Außerdem liegt der Meister seit seiner Überführung aus Bordeaux in genau dieser Kirche begraben. Für mich ist er der wichtigste spanische Maler aller Zeiten (und das bei der Konkurrenz). Muß wohl nicht erwähnen, wie oft ich schon in dieser Kirche war…

Danach wurde in der großartigen Sidras Mingo erstmal Hühnchen gegessen. Der Laden ist, obwohl er in jedem Reiseführer steht, doch recht authentisch.

Auch preislich absolut in Ordnung.

Weiter zum Garten des Palacio Real. Es waren ca. 40 Grad und ich begann mich zu wundern, wie dieser Garten wohl vor 150 Jahren ausgesehen hat. “Seine königliche Hoheit lädt ein zu einem Empfang in der Palastwüste” - irgenwie so wirds gewesen sein. Aber auch heute scheinen die Gärtner nicht hinterherzukommen - das ist alles frisch verlegter Rollrasen (ich hab ein Auge dafür) und schon jetzt zeichnet sich im unteren Teil gelbe Stellen ab.

Abgesehen davon frage ich mich, wie die Frau unten in diesem Hochzeitskleid überlebt.

Der Versuch, durch den Garten den Palast zu erreichen entwickelte sich zu einer Odyssee, die am Ende nicht von Erfolg gekrönt war. Immerhin gab es Alleen, die etwas Schatten spendeten.

Blöde Tiere gab es auch.

Nachdem wir endlich den ganzen Park zurückgelaufen waren, um dann die Straße zum Palast wieder hochzulaufen, gab es endlich eine kleine Abkühlung. Nach all der Lauferei bei der Hitze hatten wir auch nicht mehr so richtig Lust, in den Palast zu gehen.

Es wurde Sonnencreme verteilt und über amerikanische Turisten gelästert (gab auch gerade genug von denen um uns herum).

Etwas später fanden wir uns in einer Eisdiele der etwas schickeren Kategorie ein. War recht froh, in einem Sessel in einem klimatisierten Raum zu sitzen.

Katie und Christine gingen nach Hause, um sich etwas auszuruhen, worauf ich mich mit Christoph auf einen “Kaffee” verabredete.

Vorsicht, dieser Mann ist gefährlich - er besitzt eine Kartoffelkanone!

Christoph ist BA-Student bei DaimlerChrysler und sitzt mir seit 2 Wochen gegenüber - er im Anzug und ich im Polohemd.

Ich bekam bei den Temperaturen langsam Fokussierungsprobleme - kein Wunder, war ja schon mein 2.(!) Bier.

Ja…

Tun wir einfach mal so, als sei nichts gewesen.

Links sieht man einen dieser Straßenmusikanten, welche einem erst furchtbar auf die nerven gehen und danach bedrängen, daß man ihnen zum Dank Geld gibt. Weiter hinten steht eine Prostituierte. Ich hatte ja keine Ahnung, daß es mitlerweile bei Sol ein Rotlichtviertel gibt und daß wir mittendrinn hocken. Christoph mußte mich aufklären. Ich hatte mich ja schon vorher etwas gewundert, aber ich hielt es für die Madrid-Variante der Wilmersdorfer Straße in Berlin.

Das alles gab mir zu denken und nachdem uns der Kellner übers Ohr gehauen hatte tranken wir schnell unser Bier aus.

Weiter ging es mitten ins Herz des Schwulenviertels, wo wir einen Cafe Solo tranken. Mag an meinem Viertel in Berlin liegen, daß ich diese Gegend so mag…

Christoph - noch etwas mitgenommen vom Abend davor - verabschiedete sich und ich ging auch nach Hause.

Dort angekommen und total müde und paradox betrunken von 2 Bieren kam mir mein einer Mitbewohner entgegen und lud mich auf ein Bier in seiner Lieblingsbar ein.

Kennt ihr diese Bilder, die gerade dann gemacht werden, wenn man seinem gegenüber die Funktionen der Kamera erklärt? Genau so eins ist dies.

Wenigstens er hatte seinen Spaß. Den gönne ich ihm aber auch - er arbeitet mehr so 7 Tage die Woche (5 davon in Holland) und macht am Samstag Abend mal 2 Stunden Pause. Falls jemand mal einen guten SAP Guru braucht könnte ich da jemanden empfehlen…

Dieser “Biergarten” ist genau bei uns um die Ecke und wirklich angenehm…

Danach ging es ab nach Hause und ins Bett…

Am nächsten Mittag hab ich mich dann mit Christoph auf einen Film verabredet. Also schlenderte ich bei immernoch drückender Hitze die Avenida Del Comandante Franco hoch, an deren Ende Christoph wohnt. Finde es übrigens ziemlich lahm, daß man so eine popelige Einbahnstraße nach einem blutigen Exdiktator benent. Entweder man läßt es sein, oder man benennt eine verdammt große Hauptstraße nach ihm und hält bitteschön einmal im Jahr eine riesen Militärparade ab. Natürlich ist mir ersteres viel lieber, aber diese Straße so zu benennen finde ich besonders verlogen.

Ah, Christophs Terasse im 4. Stock über Madrid. Da wir beide keinen Film zur Hand hatten, haben wir uns lieber dort in die Hitze gesetzt und Musik gehört. Sehr erholsam das ganze.

Dieses Gebäude wurde 1975 erbaut und erinnert mich in seiner schäbigen Mondänität an Miami, obwohl ich dort noch nie war. Ich werde mit Sicherheit noch Bilder von der Lobby nachreichen.

Aber erstmal ein Blick von der Terasse:

Man sieht, daß wir im äußeren Norden hocken, denn dort wird die Stadt konstant mit Plattenbauten erweitert.

War jedenfalls ein sehr entspanntes Wochenende

5 Antworten zu “The Weekend”

  1. Pablo sagt:

    Und ich dachte man gibt den Musikanten Geld, damit sie endlich abhauen.

  2. Martin sagt:

    Nee, die kriegen Geld, damit sie sich Musikstunden leisten können…

  3. lude sagt:

    Ganz groß, mein Lieber! Erst jetzt gelesen und sehr gelacht. Trockener Humor deluxe. Ich verneige mich!

  4. Alina sagt:

    :-) für unsere Clubtouren habe ich eine perfekte Finanzierung … wir singen und klimpern einwenig…man nehme einen teller, gabel und löffel..ja wir spielen instrumente und verdienen so unser geld!!!

  5. NBlog » Blog Archiv » Feierabend sagt:

    [...] Donnerstag Abend und endlich mal wieder Wolkenfotos. Hatten wir ja auch schon lange nicht mehr. [...]

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