Stierkampf und Tagesgeschäft
Ob man es nun liebt oder nicht, so ein richtiger Stierkampf in Spanien muß sein.
Ich persönlich liebe ja das Töten von Tieren zur Unterhaltung, seitdem ich das erste mal mit einer Lupe durch den Garten meines Großvaters streifte. Deshalb konnte ich Daniels Vorschlag auch nicht ausschlagen, an einem Sonntag nach Ventas zu gehen.

Einzug der Matadores. Sehr feierlich das alles und wir mußten sogar aufstehen. Immerhin ein Pferd hatte eine recht klare Meinung zum Event.

Der Auszug kannte das Problem anscheindend schon.

Stier 509. Was für ein Tier.

Inzwischen kümmerten sich fachkundige Kräfte um das kleine Pferdemalheur. Die Jungs spielen übrigens neben der Saison Curling – der Bewegungsablauf ist eh fast gleich…

Stier 509 hatte es echt drauf. Attackierte erst die Wände und danach ist er halb über die Brüstung gesprungen. Erinnerte mich stark an dieses Video, aber so weit kam es leider nicht.

Der Picador stand auch schon bereit. Dessen Job ist es, den Stier am Nacken so zu verletzen (oder zu pieken), daß das Tier den Kopf immer schön niedrig hält, so daß der Matador am Ende keine Probleme hat, den Todesstoß zu vollführen. Seit 1928 haben die Pferde Rüstungen, was ich natürlich nicht gut heißen kann…

Da genau 5 Spanier in der Arena zu gegen waren, gab es naturgemäß einen Aufschrei, als der Stier das geschützte Pferd rammte. Die meisten Touris wußten einfach nicht, daß das zum Programm gehört.

Danach kamen die Banderilleros. Wofür die gut sind weiß so ziemlich niemand, aber mehr Action birgt kein anderer Part des Stierkampfes.

Ab hier ging mal wieder alles schief. Der Matador versenkte den Säbel fachgerecht, aber leider blieb er nicht dort, wo er eigentlich stecken wollte. Stier 509 hatte auch keinen Bock mehr und setzte sich erstmal.

Inzwischen dokumentierte ich das fantastische Muster des Kleides der Frau vor mir. Würde sicher eine coole Gardine abgeben…

Irgendwann bekam es die Crew doch noch gebacken und wir freuten uns auf Stier 532.

Das spanische Curlingteam kümmerte sich währenddessen um die Sauberkeit in der Manege.

Zwischendurch wurde lautstark gegen die Jury gepöbelt und bis auf die japanischen Touristen stimmten alle ein.

Auf das Ende der nächsten Runde hatte das jedoch keinen Einfluß…

Auch bei diesem grauen Stier gab es gewisse Probleme im Programm. Irgendwie wollten die Säbel heute nicht dort bleiben, wo sie eigentlich hingehören.

Que sorpresa!

Als Kenner verzieht man keine Miene…

Immerhin: Ein Stier wurde verschont. Ich habe zwar keine Ahnung, weshalb es gerade dieser war, aber eventuell gehörte das auch nur zum Touriprogramm.

Nichtsdestotrotz: Guter Beweis, daß das Herdenprinzip funktioniert…

Kleines amerikanisches Bildrätsel. Wer weiß es? Wer weiß es?
Ca. 4 Stunden später im Norden:

Die frisch aus Japan eingeflogene Basketball-Nationalmannschaft. Als Weltmeister kann man schon mal so begrüßt werden.

Feuerwerk darf auch nicht fehlen…
Gut, daß ich nicht persönlich zugegen war, sondern meine Kamera nicht uneigennützlich meinem Mitbewohner überlassen habe. Immerhin mußte ich 4 Stunden später über den gleichen Platz zur Arbeit gehen…

Kleiner Zeitsprung: Am Mittwoch regnete es endlich mal richtig…

Blick auf die Innenstadt von Christines Wohnung aus, die uns endlich mal zum Essen eingeladen hat, nachdem wir für ca. 2 Monate angedeutet hatten, wie gerne wir doch mal eingeladen werden würden…

Es wurde gekocht…

…und auch gegessen. “Cautivo” ist übrigens ein absolut trinkbarer Supermarktwein.

Welches Land versuchen wir gerade darzustellen? Der Farbton zieht sich übrigens leider durch die ganze Wohnung.

Auf dem Weg nach Hause entdeckte ich dieses Bild. Es ist echt erstaunlich, womit man 12l Wasser sparen kann. Ich warte noch auf das Schild, welches einem nahelegt, weniger Golfplätze zu bauen. Eventuell könnte man auch einfach Trinkwasser verteuern, aber das ist nur ein Hint…
Up Next: Immernoch Rosas Geburtstag – wird sicher der interessanteste 42. Geburtstag aller Zeiten. Meine meditative Arbeit macht auch Fortschritte. Danach Atempause mit kleinen Unterbrechungen und mittelfristig wird Barcelona besucht. Stay tuned…
11. September 2006 um 00:24
Was heisst denn hier “leider”??? Erst sich selber einladen und dann auch noch ueber die absolut geile Suedseestimmung meckern und die architektonischen Saeulen-Highlights verachten…Waoahnsinn!
)
So, ab ins Bett. Morgen wartet ein weiterer spannender Arbeitstag…ne wah!? Wir sehen uns im 2. Bus.
Gruessle Chris
11. September 2006 um 00:39
Mir war ja klar, daß du dich über diesen Eintrag aufregen würdest, aber eigentlich dachte ich eher, daß dir die Beschreibung “Tagesgeschäft” stört. Egal…
Ich versuche den 2. Bus zu erwischen. 10.30 Kaffee und wo gehen wir eigentlich essen?
11. September 2006 um 12:38
Tja, und was machen wir heute abend? – Da ich ja nicht an der Arbeit bin, muss ich diese Frage wohl von Ferne stellen!
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Zum Stierkampf sei noch folgendes bemerkt:
einer der Toreros wurde vom Stier überrannt und wärend die 5 Spanier im Stadion auf einmal gaaaanz still wurden, fingen alle amerikanischen japanischen und auch zwei deutsche Touristen lautstark zu Jubeln an! … Siegmund Freuds Theorien lassen Grüßen
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Chris
14. September 2006 um 16:31
Also zwecks dem T-Shirt hab ich ja auf Slut Machine getippt. Am I right?
14. September 2006 um 21:47
Ajooo! Sehr herzlichen Glückwunsch! Das Bilderrätsel ist somit gelöst. Du gewinnst 100 imaginäre Gummipunkte und einen nichtexistenten Sack voll mit nichts (ok, voll mit Luft, weil dir beim vorstellen des “Nichts” warscheinlich das Hirn zerplatzen würde und aller Raum und alle Zeit in einem kosmischen Chaos ineinanderfallen würde)
Trotzdem gut gelöst, schön umgesetztes Wortspiel, nicht wahr?!
mit Grüßen auf unbekannter Basis aus Madrid,
Chris