eBay - Opfer des eigenen Erfolgs?
Ich habe mich bei eBay im Jahre 2002 angemeldet und seitdem nur sehr spezifisch Elektroteile gekauft, welche im normalen Handel gänzlich überteuert sind (man vergleiche nur die Preise für ein Nokia Netzteil bei Karstadt oder Saturn zwischen den Preisen bei eBay). Natürlich habe ich so auch billige Imitate erstanden, jedoch ist mir das reichlich egal, soweit sie ihren Dienst erfüllen.
Seit kurzem biete ich im Auftrag dritter auf übliche Handelswaren und ich habe festgestellt, daß der erzielte Preis für gebrauchte eBay Waren oft erstaunlich nah am Neupreis liegt. Dies hat mich etwas verwundert, worauf ich angefangen habe, Artikel zu beobachten, welche ich selbst gerne kaufen würde. Das Ergebnis ist eher durchwachsen - ich habe ein Casio VL-1 für viel zu viel Geld erstanden, weil ich eine Tasche für das VL-1 haben wollte, welches ich bereits besitze. Aber wirklich interessant wird es, wenn Neuware bei eBay zu einem höheren Preis gehandelt wird, als z.B. bei Amazon oder Karstadt. Da wird beispielsweise die DVD “Mystery Science Theater 3000″ sowohl bei eBay als auch amazon.de angeboten. Der Unterschied ist nur, daß jemand dieses DVD bei eBay für 18,25€ ersteht, obwohl er für 17,95€ den gleichen Artikel sofort bequem bei Amazon bekommen könnte (bei vergleichbaren Versandkosten und ohne den Bieterstress).
Die Verkäufer und eBay (qua Umsatzbeteiligung) mag es freuen, jedoch schwindet so langfristig jeglicher Anreiz für seriöse Gebote. Daß Menschen aufgrund von Unwissen mehr bezahlen, als eigentlich nötig ist keine Neuigkeit. Jedoch kommen wir durch das Internet dem Ideal des “Homo oeconomicus”, der die Preise überschaut, immer näher. Wer dieses Prinzip nicht verinnerlicht schadet am Ende sich selbst genauso wie der Allgemeinheit. Die Schlußfolgerung: Bei eBay verkaufen und anderswo einkaufen (auf meiner Suche nach einer Simson ist mir z.B. mobile.de positiv aufgefallen).
12. Mai 2007 um 21:03
Der Spiegel hat sich mittlerweile des Themas angenommen: Tschüss, Ebay!